Einleitungstexte des Boten



Dezember 2016 / Januar 2017




Jahreslosung 2017

Gott spricht:
Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.

Hesekiel 36,26 (E)
 



Oktober / November 2016


Thesentür der Schlosskirche in Wittenberg
 
Foto: Lotz


Der Überlieferung nach schlug der Reformator Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Tür der Schlosskirche.

Die Reformation ist ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung. Die epochalen Veränderungen, die sie hervorbrachte, hatten Wirkungen quer durch alle Kontinente. Was von ihr ausging, ist darum ein Ereignis nicht nur von nationaler, sondern von europäischer, ja, weltweiter Relevanz. Das soll gefeiert werden mit dem Jubiläumsjahr, das am 31. Oktober 2016 beginnt.



August / September 2016




August-Psalm
Frische Pflaumen und Gurken kommen auf den Tisch, Mein Gott, Dein Sommer drängt zur Ernte. Du hast Früchte und das Getreide reifen lassen. Schwer wiegen die Ähren voll Korn. Die Landwirte mähen jetzt mit großen Maschinen, das Getreide wird gedroschen und das Stroh gebunden. HERR, noch ist es heiß und schwül, der Sommer zeigt noch einmal seine ganze Kraft. Aber die Tage werden bereits früher dunkel, und mancher Baum hat die ersten gelben Blätter. Gott, Du hast uns reich gesegnet. Gib uns Kraft für alle neuen Aufgaben.

Aus: Reinhard Ellsel, „Das Jahr“, Kawohl-Verlag



Juni / Juli 2016


 
Gott segne dich und schenke dir Ruhe, nach der sich deine Seele so sehr sehnt, Sonne, die deine Haut bräunt und wärmt, herrliche Aussichten, die dich mit Freude erfüllen, Sonnenauf- und untergänge, die deine Augen leuchten lassen, Blumen und Pflanzen, die dich mit Ihren Blüten erfreuen, Wege, die dich neugierig machen, Wiesen, auf denen Kinder spielen und lachen. Bekanntschaften fürs Leben wünsche ich dir, Gott sei mit seiner Liebe und Segen, während deines ganzen Urlaubs bei dir.

Irischer Urlaubssegen
 



April / Mai 2016




Der Heilige Geist (Pfingsten)

Der Heilige Geist ist ein unermüdlicher, sanfter Arbeiter, der sich vor allem damit beschäftigt, Menschenherzen zu wenden. Er belebt sie, wenn sie erstarrt sind, erschöpfte Herzen lässt er Feuer fangen, harte Herzen bewegt er zur Einfühlsamkeit, schwere beflügelt er mit frischer Kraft. Oft geschieht das nicht plötzlich, sondern braucht seine Zeit. Manchmal spürst du: Etwas ist anders als vorher. Und es ist gut.

Tina Willms



Februar / März 2016





Wenn etwas von Herzen kommt, dann geht es meistens ums Ganze: aus vollem Herzen singen, von ganzem Herzen lieben, mit ganzem Herzen bei der Sache sein...

Diesem leidenschaftlichen Organ wollen wir in der Fastenzeit unsere Aufmerksamkeit widmen: „Großes Herz! Sieben Wochen ohne Enge“, unter diesem Motto laden wir Sie ein zu entdecken, was Ihr Herz weit macht. Einander mit Neugier und ohne Vorbehalte begegnen. Teilen, was da ist, und erleben, dass es für alle reicht. „Sieh das mal nicht so eng“, sagen wir, und es lohnt den Versuch. Nicht mehr aufrechnen, was war – und Vergebung schenken. Diese innere Weite öffnet den Blick nicht nur für den Nachbarn jenseits des Gartenzauns, sondern auch für den Flüchtling, der von weit her kommt. Ein großes Herz taugt als guter Gastgeber und Dolmetscher, der enge Grenzen überwindet. Wir können dabei aus der Fülle schöpfen, denn unser großes Herz ist gehalten in Gott.



Dezember 2015 / Januar 2016





Oktober / November 2015





August / September 2015




Das Wenige, was Du tun kannst, ist viel.
Albert Schweitzer

Der Theologe, Tropenarzt und Kulturphilosoph Dr. Albert Schweitzer wurde am 14. Januar 1875 in Kaysersberg (Oberelsass) geboren. 1913 ging er als Arzt nach Französisch-Äquatorialafrika. In Lambarene (Gabun) gründete er ein Urwaldhospital, in dem er lange Zeit seines Lebens verbrachte. Vor 50 Jahren, am 4. September 1965, starb Albert Schweitzer in Lambarene.




Juni / Juli 2015





April / Mai 2015





Februar / März 2015





Zum Titelbild

Weltgebetstag 2015 von den Bahamas

Die prächtigen Farben der Natur auf den Bahamas spiegeln sich auch im Titelbild wider, das die Künstlerin „BLESSED“ (gesegnet) genannt hat. Chantal E.Y. Bethel lebt und arbeitet auf der Insel Grand Bahamas.

Welch ein farbenprächtiges Titelbild! Alle für die Bahamas typischen Farben tauchen auf: strahlendes Gelb für Sonne und Sandstrand; Grün und Türkis für wuchernde Pflanzen und das Meer um jede Insel herum; das Rosa-Rot der so geselligen Flamingos und der über 2000 Korallenriffe; schließlich das Blau des Himmels und der vor allem von Tauchern so geschätzten „Blauen Wasserlöcher“. Ein touristisches Werbeplakat? Wohl eher nicht!

Sechs dieser Stelzenvögel (Flamingo = Nationalvogel des „Commonwealth of the Bahamas“) sehen wir – nicht hoch aufgerichtet, wachsam um sich schauend oder imponieren wollend, was sie immer ein wenig lustig oder – wegen des gewölbten Seih-Schnabels vielleicht – gar „hochnäsig“ wirken lässt. Nein, sie beugen ihre langen Hälse hinunter, um aus flachem

 
 
Wasser Nahrung zu filtern. Diese Körperhaltung könnten wir „demütig“ nennen. Und das erst recht, wenn wir erkennen, dass die Künstlerin durch die Art, wie sie die Sonne und deren Strahlen malt, ein Gewand andeutet, unter dem Zehen hervorschauen. So erinnert sie an Jesu Fußwaschung.

Nun, Tiere sind weder hochnäsig noch demütig. Und uns heutigen Menschen geht es mit dem Begriff „Demut“ vielleicht besser, wenn wir wissen, dass sprachgeschichtlich „Mut zum Dienen“ anklingt.

Das Bild legt den Gedanken nahe: wenn wir Menschen anderen „dienen“, tun wir das, was Jesus immer wieder an uns tut. Empfangen und Dienen gehört zusammen, verbindet uns mit Jesus und: kann die Welt verändern.

Die Künstlerin Chantal E.Y. Bethel nennt ihr Bild „Blessed“ / Gesegnet. Hätte sie einen passenderen Titel finden können?

Monika Heitz
 



Dezember 2014 / Januar 2015




Alle Lichter, die wir anzünden, zeugen von dem Licht, das da erschienen ist in der Dunkelheit. (Friedrich von Bodelschwingh). Möge das Licht der Welt, Jesus Christus, unserem Leben Licht und Wärme schenken. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und ein frohes neues Jahr 2015!
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Oktober / November 2014


„Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“,

das soll Martin Luther einst gesagt haben. Dieser Satz lässt sich ihm zwar nicht belegbar nachweisen. Aber er bringt die grenzenlose Hoffnung zum Ausdruck, die Luther im Evangelium von Jesus Christus fand. Nicht zufällig ist er heute, wo gewalttätige Konflikte und wirtschaftliche Krisen sich verschärfen und die Menschen verunsichern, so populär.

Das Apfelbäumchen steht als Zeichen für eine Hoffnung, die stärker ist als alle Unheilsansagen. Eine Hoffnung, dass der Tod und die Gewalt nicht das letzte Wort haben werden. Wir brauchen solche Apfelbäumchen als Zeichen der Hoffnung. Ein solches „Apfelbäumchen“ kann sein, dass einer nicht wieder zurückschlägt, sondern auf den anderen zugeht. Ein solches Apfelbäumchen kann sein, dass man miteinander redet, anstatt sich nur gegenseitig zu beschuldigen. Ein solches Apfelbäumchen kann sein, dass man von seinem Reichtum etwas abgibt, damit der andere auch genug zum Leben hat. Und auch wenn morgen die Welt nicht untergeht: Es ist immer Zeit, ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Einen segensreichen Herbst wünscht Ihnen
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



August / September 2014




„In uns tut sich viel, wenn wir nicht viel tun müssen. Die Seele vernimmt Nicht-Vernehmbares. In solchen Pausen haben manche Menschen Gott vernommen. So tut Urlaub gut.“
(B. Müller)

Mit diesem Gedanken wünsche ich allen eine gesegnete Urlaubs- und Ferienzeit und eine gesunde und wohlbehaltene Rückkehr in den Alltag.
Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Juni / Juli 2014


Monatsspruch Juli:
Dennoch bleibe ich stets an dir;
denn du hältst mich
bei meiner rechten Hand,
du leitest mich nach deinem Rat und
nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Psalm 73, 23-24


Dennoch
Viele haben sich ihre Träume abgeschminkt. Dennoch will ich das Beste hoffen. Manche denken allein an sich selbst. Dennoch möchte ich auch die anderen im Blick behalten. Manche halten Kirche für überflüssig. Dennoch gehe ich gerne in den Gottesdienst. Einige glauben nur an die Macht des Geldes. Dennoch suche ich bei Gott mein Glück. Zum Glück.
Reinhard Ellsel



April / Mai 2014


 
Welcher Engel wird uns sagen

Welcher Engel wird uns sagen,
daß das Leben weitergeht,
welcher Engel wird wohl kommen,
der den Stein vom Grabe hebt?

Wirst du für mich,
werd ich für dich
der Engel sein?

Welcher Engel wird uns zeigen,
wie das Leben zu bestehn?
Welcher Engel schenkt uns Augen,
die im Keim die Frucht schon sehn?

Wirst du für mich,
werd ich für dich
der Engel sein?

Welcher Engel öffnet Ohren,
die Geheimnisse verstehn?
Welcher Engel leiht uns Flügel,
unsern Himmel einzusehn?

Wirst du für mich,
werd ich für dich
der Engel sein?

Wilhelm Willms



Februar / März 2014





Fasten:
Sich unterbrechen im alltäglichen Einerlei,
eingespielte Gewohnheiten ablegen wie einen verschlissenen Mantel.
Aussteigen aus dem „Das war schon immer so“,
alte Denkmuster überprüfen, ob sie noch taugen.
Frei werden, Neues einlassen in Herz und Hirn.
Das Unmögliche für möglich halten und dem Himmel die Türen öffnen.
Tina Willms



Dezember 2013 / Januar 2014



Advent heißt Türen öffnen: 24 Türchen am Adventskalender, die Wohnungstür für Familie, Freunde oder Nachbarn; die Tür zum Herzen für Menschen in Not, ja für Gott selber, der zu uns kommen will. Und dann öffnet Gott uns zu Weihnachten seine Tür: der Stall mit dem Kind in der Krippe, eine Hütte voll Geborgenheit und Licht, du brauchst nur einen Schritt zu machen und bist mitten drin im Paradies. Gott selbst wartet auf dich.

Einen besinnlichen Advent, ein frohes Christfest und ein gesegnetes neues Jahr 2014 wünscht
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Oktober / November 2013



August / September 2013




Und Gott sprach:
Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen,
die Samen bringen, auf der ganzen Erde,
und alle Bäume mit Früchten,
die Samen bringen, zu eurer Speise.
Genesis 1,29



Juni / Juli 2013


Foto: gemeindebrief.evangelisch.de




April / Mai 2013


34. Deutscher
Evangelischer
Kirchentag
in Hamburg


1.-5. Mai 2013

Soviel du
brauchst

(2. Mose 16,18)


Vom Himmel fällt etwas Weißes, Knisterndes, Essbares – Manna. Brot des Himmels für den Überlebenskampf in der Wüste. Das wird im 2. Buch Mose im 16. Kapitel erzählt. Die Familien sammeln es ein, die einen mehr, die anderen weniger. Am Ende hat jede Familie so viel, wie sie braucht: nicht mehr und nicht weniger. Vielsammler gibt es und Wenigsammler. Menschen häufen unterschiedlich viel an, aber am Ende des Tages hat jeder so viel, wie er braucht – das göttliche Prinzip vom täglichen Brot. Reines Gottvertrauen. Es ist so viel da, wie Du brauchst. Wissen wir immer, wie viel wir wirklich brauchen? Und was Andere wirklich brauchen? Die Losung lädt ein, über das rechte Maß nachzudenken und darüber, wie viel Vertrauen, Solidarität, wie viel Gerechtigkeit, wie viel an Lebensstandard wir wirklich brauchen.
Ellen Ueberschär Generalsekretärin DEKT



Februar / März 2013



Seit 30 Jahren lädt die Aktion ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag bewusst zu erleben und zu gestalten. „7 Wochen ohne“ - das heißt: eingeschliffene Gewohnheiten zu durchbrechen, die Routine des Alltags zu hinterfragen, seinem Leben möglicherweise eine neue Wendung zu geben oder auch nur wiederzuentdecken, worauf es ankommt.

Das Motto 2013 heißt:
„Riskier was, Mensch! Sieben Wochen ohne Vorsicht“.



Dezember 2012 / Januar 2013





Oktober / November 2012





August / September 2012





Juni / Juli 2012


Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN und seinen Tempel zu betrachten.
Psalm 27, 4


Wenn man an einem normalen Sonntag in unsere Kirchen schaut, ist oft nur eine kleine Schar im viel zu großen Kirchenraum versammelt. Manchem Konfirmanden fällt es sehr schwer, die erforderlichen Unterschriften auf seinem Gottesdienstbesuchskärtchen zu sammeln. Woran liegt das? Ist Gottesdienst kein zeitgemäßes Angebot mehr, über sein Innerstes und über den Sinn des Lebens nachzudenken? Ist die Rede über Gott und vor allem die Rede mit Gott, das Gebet, aus der Mode gekommen? Oder sind die Anliegen und das Wesen des Gottesdienstes nach wie vor zeitgemäß, aber die Formen, Sprache, Lieder, Musik zu altertümlich? Der Gottesdienst muss sich heute in einem weithin entkirchlichten Umfeld behaupten und mit attraktiven Freizeitangeboten konkurrieren. Wie können Gottesdienste so gestaltet werden, dass die Menschen sie nicht versäumen möchten, weil sie sich angesprochen fühlen und sich einbezogen wissen? Wie kann die Ausstrahlung des Evangeliums so zum Leuchten kommen, dass unsere Gottesdienste sogar für Menschen interessant werden, denen der christliche Glaube nichts mehr sagt? Auf diese Fragen und Probleme können wir in der Gemeinde nur gemeinsam Antworten finden. Ein Versuch sind die unterschiedlichen Gottesdienste, zu denen wir neben dem „normalen“ Sonntagsgottesdienst immer wieder einladen. Unser Stand auf dem Sachsen-Anhalt-Tag vom 6.-8. Juli im „Dorf der Kirchen und Religionen“ bietet neben Kaffee und Kuchen auch Informationen, Gespräche und Aktionen zum Thema Gottesdienst an. Schauen Sie doch mal vorbei!
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



April / Mai 2012


Grafik: Pfeffer



Februar / März 2012


Monatsspruch für Februar:
Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.

1.Korinther 10,23-24


„Alles ist erlaubt!“ Dieser Spruch, von Paulus vor knapp 2000 Jahren aufgeschrieben, könnte für unsere Gegenwart verfasst sein, wie sie uns z.B. die privaten Fernsehsender darbieten: „Alles ist erlaubt! Nichts ist unmöglich!“ Kritiker, die Glauben vor allem als Beschränkung der Freiheit empfinden, wo alles verboten ist, was Spaß macht, wird dieser Spruch überraschen. Die Korinther damals dagegen empfanden den Glauben an Jesus Christus als Befreiung: Freiheit vom Gesetz, Freiheit von alten Bindungen, Freiheit beim Zugang zu Gott. Leider haben sie es dann mit der neuen Freiheit manchmal auch übertrieben… Paulus erinnert daran, dass Freiheit immer zwei Seiten hat: Freiheit „von etwas“ und Freiheit „zu etwas“. Alles ist erlaubt - solange es jemand anderem nicht schadet. Das Maß aller Dinge bin nicht ich, sondern Der oder Die andere. Der Glaube befreit von der Sorge um sich selbst. Er macht dazu frei, dem Nächsten zu dienen und so das Miteinander zu gestalten. Sich für gelingende Beziehungen einzusetzen: zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, zwischen Jungen und Alten, Frauen und Männern, Skeptikern und Glaubensgewissen, zwischen den Mitarbeitenden. Die Gemeinde als Ort gelingender Beziehung – ein großartiges Ziel und ein wunderbarer Wegweiser für die Freiheit, in der wir leben dürfen. Ich freue mich auf den gemeinsamen Weg, der in diesem Jahr vor uns liegt.
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Dezember 2011 / Januar 2012


Ein Herz mitten im Schnee: Liebe und Freundlichkeit trotz der Kälte, die wir oft um uns spüren? Böses mit Gutem überwinden? Das ist leichter gesagt als getan. Meist möchten wir lieber mit gleicher Münze heimzahlen. Das verschafft uns innere Genugtuung. Aber wirklich glücklich macht es uns nicht. Viel befreiender und überraschender ist es dagegen, das Böse mit Gutem zu überwinden, z.B. indem wir auf verbissene Kritik mit Freundlichkeit und Humor reagieren und auf Vergeltung verzichten. Das gelingt sicher nicht auf Anhieb. Mit der Jahreslosung sind wir eingeladen, das im Jahr 2011 zu üben. Die Advents - und Weihnachtszeit ist ein guter Anlass, es schon einmal auszuprobieren. Viele gute Erfahrungen, ein gesegnetes Fest und ein frohes und gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen
Ihre Elisabeth Preckel,
Pfarrerin



Oktober / November 2011


Reformation ...



.…als Erneuerung und Wiederbelebung der Kirche geschah bei Martin Luther z.B. durch die (Wieder-)Entdeckung des „Priestertums aller Gläubigen“ in der Bibel. Alle Christen haben durch Glaube und Taufe einen unmittelbaren Zugang zu Gott, ohne auf priesterliche Vermittlung angewiesen zu sein. Daraus folgt aber auch die Verantwortung aller Gläubigen für die Gemeinde - damals wie heute. Wünschen wir uns eine Kirche, die lebendig und aktuell ist, dann muss jeder Glaubende aktiv werden. Nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr, z.B. durch die Teilnahme an der Gemeindekirchenratswahl!
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



August / September 2011





Juni / Juli 2011


Rastplätze für die Seele
Während auf der Autobahn in unmittelbarer Nähe der Verkehr vorbeirauscht, laden Autobahnkirchen Reisende und Berufskraftfahrer zu Entspannung, Besinnung und Andacht ein. Vor allem in der sommerlichen Reisezeit ziehen die Autobahnkirchen als sogenannte "Rastplätze für die Seele" vermehrt Besucher an, die hier etwas Ruhe und Kraft tanken möchten. In unserer rasanten Zeit kommt das Wohl der Seele, das "Seelenheil", oft viel zu kurz.
Eine Anekdote erzählt: In einer amerikanischen Stadt betritt ein junger Mann indianischer Abstammung einen Autosalon. Ein Verkäufer tritt zu ihm und preist ihm sofort das neueste Modell in höchsten Tönen an. Schließlich lädt er den Mann zu einer Probefahrt ein. Als sie den Highway erreicht haben, ermuntert der Verkäufer den Kunden, doch mal Gas zu geben, um zu testen, was alles in diesem perfekt gebauten Auto steckt. Der Kunde gibt auch Gas. Doch nach wenigen Kilometern bremst er abrupt ab und bleibt in einer Haltebucht am Straßenrand stehen. Er steigt aus und schaut den Weg zurück, den er gefahren ist. "Was machen Sie denn da? Das ist doch Zeitvergeudung!" "Ich warte, bis meine Seele nachgekommen ist."
Nutzen wir die Urlaubszeit, dass wir wieder zu uns finden, ins Reine kommen mit unseren Gedanken und Sorgen, abseits vom Alltagsstress. Vielleicht folgen wir einmal der Einladung des blauen Schildes am Autobahnrand, das uns den Weg in eine Kirche weist. Mögen Sie von der Reise nicht nur gesund, sondern im wahren Sinne "heil" zurückkehren.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Sommer- und Urlaubszeit!
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



April / Mai 2011


Eine durchaus heilsame, tröstliche Arznei…

Die Passionsblume ist zur „Arzneipflanze des Jahres 2011“ gekürt worden. Ihre Extrakte wirkten beruhigend und angstlösend. Zugleich habe sie die wohl schönste Blüte der Welt, urteilte die Jury. Ursprünglich heimisch im tropischen Regenwald, kam die Passionsblume im 17. Jahrhundert nach Europa. Die sehr auffällige Blüte wurde damals als Symbol der Leiden Christi gedeutet: die drei Griffel die Kreuznägel, die fünf Staubblätter die Wunden, die Nebenkrone die Dornenkrone …
Eine Arzneipflanze und die Leiden Christi, das erinnert an einen anderen Vergleich, den Martin Luther im Großen Katechismus zieht: Er bezeichnet das Abendmahl „als eine durchaus heilsame, tröstliche Arznei, die dir helfen und das Leben geben soll, beides für Leib und Seele. Denn wo die Seele genesen ist, da ist dem Leibe auch geholfen.“ Am Gründonnerstag erinnern wir uns daran, wie Jesus das Abendmahl einsetzte – Zeichen seiner Hingabe -, bevor er den Tod am Kreuz starb. Mit seinem Kreuz hat er das „Kreuz“ dieser Welt – Krankheiten, Leid, Schuld und Tod – auf sich genommen. Im Abendmahl sind wir eingeladen, uns mit unserem Kreuz unter das Kreuz Jesu zu stellen, um Trost, Stärkung und Erneuerung zu empfangen, aber auch Anteil an der Fülle des Lebens, wie es in der Auferstehung Jesu Christi sichtbar wird. Das Kreuz und der Tod haben nicht das letzte Wort, sondern die Auferstehung und das Leben.

Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Februar / März 2011



Alle reden von Verantwortung, die jemand übernehmen soll. Gemeint sind meistens die anderen. Wenn einem selbst etwas misslingt, ist das Wetter Schuld oder die Technik oder einfach die Verhältnisse. Die Fastenaktion "7 Wochen Ohne" ermuntert: Schluss mit den faulen Ausreden. Wer sich traut, "mein Fehler" zu sagen und um Entschuldigung zu bitten, ist stark. Auch wenn man zunächst Kritik auszuhalten hat, am Ende erntet man Respekt. Und: Ehrlichkeit sorgt dafür, dass man glaubwürdig bleibt. Allerdings bedarf es für ein Klima der Ehrlichkeit auch einer veränderten Fehlerkultur. Wer eine Schwäche offenlegt, muss auf Gnade bauen können. Für Christen eigentlich selbstverständlich. Deshalb nur Mut: "Ich war's! Sieben Wochen ohne Ausreden!"
Text: GEP



Dezember 2010 / Januar 2011


Ein Herz mitten im Schnee: Liebe und Freundlichkeit trotz der Kälte, die wir oft um uns spüren? Böses mit Gutem überwinden?

Das ist leichter gesagt als getan. Meist möchten wir lieber mit gleicher Münze heimzahlen. Das verschafft uns innere Genugtuung. Aber wirklich glücklich macht es uns nicht. Viel befreiender und überraschender ist es dagegen, das Böse mit Gutem zu überwinden, z.B. indem wir auf verbissene Kritik mit Freundlichkeit und Humor reagieren und auf Vergeltung verzichten. Das gelingt sicher nicht auf Anhieb. Mit der Jahreslosung sind wir eingeladen, das im Jahr 2011 zu üben. Die Advents- und Weihnachtszeit ist ein guter Anlass, es schon einmal auszuprobieren. Viele gute Erfahrungen, ein gesegnetes Fest und ein frohes und gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen

Ihre Elisabeth Preckel,
Pfarrerin



Oktober / November 2010


Unser tägliches Brot gib uns heute



"Unser tägliches Brot gib uns heute", das beten wir jeden Tag,
und unser Tisch ist gedeckt. Wir können dir danken, Gott.

"Unser tägliches Brot gib uns heute", das beten Menschen auf der ganzen Welt,
aber bei vielen ist der Tisch nicht gedeckt. Sie können nicht danken.

"Unser tägliches Brot gib uns heute", das beten wir nicht nur für uns.
Hilf uns, Gott, dass wir dein tägliches Brot verteilen helfen, wo es nötig ist,
und alle dir danken können. Amen.
(Gebet eines unbekannten Verfassers)



August / September 2010


Auch die schönsten langen Sommerferien haben ein Ende. Schulbank drücken, Hausaufgaben machen und Wecker stellen sind jetzt wieder angesagt. Während die meisten Erstklässler sich noch auf die Schule freuen, sehen viele „alte Schul-Hasen“ dem neuen Schuljahr mit gemischten Gefühlen entgegen. „Aller Anfang ist schwer“, heißt es im Sprichwort, aber „In jedem Anfang wohnt ein Zauber“ schreibt der Dichter.
Weil der Beginn eines neuen Schuljahres wie ein Start zu einer neuen Etappe ist und weil das neue Schuljahr mit seinen vielfältigen Aufgaben Kinder, Eltern und Lehrer immer wieder herausfordert, lädt die Kirchengemeinde zu einem Gottesdienst am Beginn des neuen Schuljahres ein (am 8. August um 10 Uhr in der Kreuzkirche). Hier geht es um Kraftsammeln, um Ermutigung und Vertrauen. Die Seele kann noch einmal Atem holen, bevor es darum geht, im neuen Schuljahr mit Zuversicht und Freude wieder loszulegen.
„Hinter jedem Stein, der sich mir in den Weg stellt, liegt ein Geheimnis.“ Diese Erkenntnis, um die es auch im Gottesdienst gehen wird, hilft vielleicht, die Herausforderung anzunehmen, wenn sich unterwegs Hindernisse auftun. Für das neue Schuljahr wünsche ich allen Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen und Lehrern sowie den Eltern alles erdenklich Gute und Gottes Segen.
Eure / Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Juni / Juli 2010


Herzliche Einladung zum Anhaltischen Kirchentag am 6. Juni im Stadtpark
"Wie im Himmel so auf Erden"

Was ist "himmlisch" für Sie? Denken Sie auch zuerst an den "himmlischen Genuss"? Das Wort "himmlisch" kommt in unserem alltäglichen Sprachgebrauch nicht mehr sehr oft vor. Und wenn, dann geht es meist um Genüsse: der himmlische Geschmack einer erlesenen Speise, himmlische Musik oder himmlische Ruhe. Alles Dinge, die sehr individuell erfahren werden. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, und was dem einen als himmlische Ruhe erscheint, ist der anderen die unerträgliche Stille. Was für sie "himmlisch" ist, erleben Menschen ganz unterschiedlich. Wenn Jesus vom Himmel spricht, vom Reich Gottes, dann hat er die Gemeinschaft im Blick. Eine Gemeinschaft, in der jede ihren Platz hat und keiner zu kurz kommt. In der genug für alle da ist. Eine Gemeinschaft, in der Gerechtigkeit herrscht. Für Jesus ist das keine ferne Utopie. "Das Reich Gottes ist mitten unter euch", sagt er. Mit ihm ist es jetzt und hier auf Erden bereits angebrochen. Es wächst in den Herzen und in den Taten der Menschen, die sich an Jesus halten. Ein Stück vom Himmel auf Erden holen, einem Menschen die Erfahrung geben: Du gehörst dazu, es ist genug für alle da, auch für dich. Oft sind es die kleinen Dinge, die das bewirken. Wie wenig Geld ist z.B. nötig, um einem bedürftigen Kind die Möglichkeit zugeben, einen Monat am Schulessen teilzunehmen. Das und noch vieles anderes können Sie erleben und erfahren, wenn wir uns am 6. Juni im Stadtpark (bzw. auch in der Johannis- und der Marienkirche) zum Kirchentag treffen.
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



April / Mai 2010


Copyright: ars liturgica


Der Herr ist auferstanden! - Er ist wahrhaftig auferstanden!
Allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Osterfest!



Februar / März 2010


Monatsspruch Februar 2010:
Die Armen werden niemals ganz aus deinem Land verschwinden. Darum mache ich dir zur Pflicht: Du sollst deinem Not leidenden und armen Bruder, der in deinem Land lebt, deine Hand öffnen.
(5. Mose 15, 11)


Tief betroffen verfolgen wir seit Tagen die Berichte von dem Erdbeben auf Haiti. Die Lage ist dramatisch. Große Zerstörungen, hohe Opferzahlen und eine fast zusammengebrochene Infrastruktur erschweren die Hilfsaktionen. Hilfsorganisationen, wie die Diakonie Katastrophenhilfe beginnen damit, Strukturen aufzubauen, damit den Menschen so schnell wie möglich geholfen werden kann Durch die Medien werden heute weiteste Entfernungen überbrückt. Auch wenn Haiti von Deutschland mehr als 8.000 km weit weg liegt, sind uns die Menschen nah. Durch das Fernsehen sind sie täglich in unseren Wohnstuben präsent. Darum gilt für sie genauso, was der Monatsspruch für die armen Brüder (und Schwestern) in unserem Land gebietet: Öffnet ihnen eure Hand!

Diakonie Mitteldeutschland
Kontonr. 800 8000
BLZ 520 604 10
(Ev. Kreditgenossenschaft)
Kennwort "Hilfe für Haiti"
www.diakonie-mitteldeutschland.de




Dezember 2009 / Januar 2010


Am Weihnachtsfest feiern wir die Geburt Jesu. Gott lässt uns nicht allein - damals vor 2000 Jahren nicht und auch heute nicht. Wir feiern nicht die heile Welt. Wir feiern, dass wir nicht allein gelassen sind in den Menschlichkeiten und sozialen Tiefen der Welt und dass wir auch und gerade im Kleinen, scheinbar Unbedeutenden an einer "himmlischen Welt" mitgestalten können.
Immer mehr Menschen lassen sich von der Idee des ehemaligen Schweizer Priesters Piere Stutz anstecken "Solidaritätslichter" anzuzünden. Sie überlegen, wer in ihrem Bekannten- oder Freundeskreis gerade schwierige und dunkle Stunden erlebt, wer in der Gesellschaft ausgegrenzt ist oder im Schatten lebt. Jeden Morgen oder Abend, besonders aber am Weihnachtsabend zünden sie für diesen Menschen ein Licht an und stellen es auf das Fensterbrett oder vor die Haustür - ein Licht gegen Trostlosigkeit und Verzweiflung, ein Licht als Zeichen der Hoffnung, ein Licht als Botschaft der Versöhnung, ein Licht als Zeichen des Widerstandes gegen den zunehmenden Egoismus in dieser Welt.
Das Licht bewirkt etwas in ihnen. Es wird irgendwann zu einem Lächeln oder Gruß, zu einem kurzen "Schönes Wetter heute!" oder einem ernstgemeinten "Wie geht es ihnen?". Das Licht steckt an. Je mehr Menschen mitmachen, umso heller und menschenfreundlicher wird es - unter uns und in der Welt.
Ein frohes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das Jahr 2010 wünscht allen

Ihre Elisabeth Preckel



Oktober / November 2009




Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.
Dietrich Bonhoeffer



August / September 2009


Anfangen
Über sechs Millionen Ergebnisse für "anfangen" listet die Internet-Suchmaschine Google in Sekundenbruchteilen auf. "Anfangen" ist ein Thema, das Menschen bewegt. Jetzt am Ende der Sommerferien kommt wieder der Anfang des Schuljahres. Besonders aufregend ist das für die Schulanfänger, aber auch für ihre Eltern und Großeltern. Für andere beginnt die Lehrzeit, das Studium. In der Politik wird es mit der Bundestagswahl im September einen neuen Anfang geben.
"Aller Anfang ist schwer", heißt das Sprichwort und erinnert daran, wie bange uns oft vor etwas Neuem ist, wie unsicher und voller Furcht wir oft sind, den neuen Ansprüchen nicht gewachsen zu sein. Doch es gibt auch das andere, wovon Hermann Hesse dichtet: "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben." Der Reiz des Neuen, die Vorfreude geben uns Schwung und Elan, wir entfalten unentdeckte Fähigkeiten und Begabungen. Der Anfang ist immer ein wichtiger und kritischer Moment und braucht besondere Aufmerksamkeit. Darum ist es ein guter Brauch, das Anfangen unter Gottes Segen zu stellen. Mit einem Gottesdienst zum Schuljahresanfang z.B.. Oder mit einem Gebet, einem Segenswort. Schön, dass uns gerade für den August solch ein Wort als Monatsspruch mitgegeben wird: "Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden." (4. Mose 6, 24-26)
Ich wünsche allen einen gesegneten Anfang!
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Juni / Juli 2009


Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde … (1. Mose 1,27)
In unserer Stadt, auch in unserem Wohngebiet, sind viele verschiedene Leute zu Hause: Junge und Alte, Berufstätige und Hartz IV- Empfänger, Einheimische und Zugezogene, Gutsituierte und die, die mit jedem Cent rechnen müssen, Traditionsbewusste und solche, die gern etwas Neues ausprobieren…
Auch die Bewohner des Wohnheims im Wacholderweg gehören dazu. Im Juli vor 10 Jahren wurde vom Diakonischen Werk das Wohnheim an der Werkstatt für Menschen mit Behinderung eröffnet. Man trifft die Bewohner auf der Straße, beim Einkaufen, aber auch in der Kirchengemeinde. Das Miteinander so vieler verschiedener Menschen ist nicht immer einfach. Besonders die Schwächeren sind sensibel für jede Form der Benachteiligung oder Ausgrenzung. Dabei liegt gerade in unserer Verschiedenheit auch eine Chance:
"Das Anderssein der anderen als Bereicherung des eigenen Seins zu begreifen; sich verstehen, sich verständigen, miteinander vertraut werden, darin liegt die Zukunft der Menschheit." (R. Niermann)
So verschieden wir sind, sind wir doch gemäß der Bibel alle Abbild Gottes. So ist Gott: Er liebt die Vielfalt. Darum dürfen auch wir ganz verschieden sein. Und so wie wir sind, liebt Gott uns, jede und jeden.
Wir sind nicht alle gleich, aber alle gleich viel wert.
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



April / Mai 2009


Ostern
Vom Erdenstaub zu reinen, blauen Lüften
Dringt weit der Blick in ersten Frühlingstagen,
Und höher steigt der mächt'ge Sonnenwagen,
Die Erde sehnt nach Blättern sich und Düften,
Und heilige Geschichten uns dann sagen
Was sich geahnet in des Herzens Klüften.
Er ist erstanden aus den Todesgrüften,
Und wie vergebens war der Menschen Zagen,
Ja so ersteht die Welt der Himmelsgaben
Mit jedem Jahre neu, die Knospen brechen,
Und nichts ist unsrer Liebe zu erhaben,
Sie gibt uns alles in den Wonnebächen,
Die nach dem Eisgang Flur und Aug' durchgraben,
Das Unsichtbarste will zum Lichte sprechen.

                                         Achim von Arnim (1781-1831)


Eine gesegnete Osterzeit wünscht Ihnen
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Februar / März 2009


Wer bin ich?
Faschingszeit ist Hochzeit für Kostüme und Masken. Endlich kann ich einmal sein, was ich immer schon mal gern sein wollte: komisch, geheimnisvoll oder sogar böse.
Doch nicht nur zur Faschingszeit, auch im Alltag verstecken wir uns oft hinter Masken oder spielen die Rolle; die uns zugedacht wurde. Solche Masken sollen uns schützen, Schwächen verbergen, ein Stück Sicherheit geben. Aber sie bergen auch die Gefahr, dass ich am Ende selber nicht mehr weiß, wer ich eigentlich bin. Dass ich ein Leben lebe, das gar nicht meins ist.

Dietrich Bonhoeffer hat in einem Gedicht formuliert:

"...Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer? Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling? ... Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!"

Eine fröhliche Faschingszeit und ein behütetes Jahr wünscht
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Dezember 2008 / Januar 2009


Weihnachten - Sternstunde der Menschheit
"Solche dramatisch geballten, solche schicksalsträchtigen Stunden, in denen eine zeitüberdauernde Entscheidung auf ein einziges Datum, eine einzige Stunde und oft nur eine Minute zusammengedrängt ist, sind selten im Leben eines Einzelnen und selten im Laufe der Geschichte. [...] Ich habe sie so genannt, weil sie leuchtend und unwandelbar wie Sterne die Nacht der Vergänglichkeit überglänzen." (Aus Stefan Zweig "Sternstunden der Menschheit")
In Sternstunden geschehen große Dinge des Lebens. Trotzdem sind sie oft schwer zu erkennen. Wir warten auf ganz besondere, großartige Ereignisse. Dabei gibt es sie auch im Alltag. Aber da werden sie oft übersehen. Ein anderer Mensch kann für uns zum Stern werden, weil er unser Leben heller und froher macht. Weil er offen auf uns zugeht und uns zuhört. Weil er ein Auge für unsere Probleme hat. Weil er ein Herz für uns hat. Weil er ein gutes Wort für uns hat.
Sternstunden der Begegnung machen das Leben hell, bringen Licht und Wärme hinein, bringen Erlösung, Rettung und Befreiung. Darauf warten wir im Advent.

Christus, dein Licht verklärt unsre Schatten,
lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht!
Christus, dein Licht erstrahlt auf der Erde
und du sagst uns: Auch ihr seid das Licht.
Nach Augustinus

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Oktober / November 2008


Seit August haben wir auch in Dessau einen Abschnitt des insgesamt 410 Kilometer langen Lutherwegs zwischen Eisleben und Wittenberg. In Vorbereitung auf das 500. Reformationsjubiläum 2017 führt der Lutherweg zu Lutherstätten und anderen für die Reformation wichtigen Orten und historisch bedeutenden Sehenswürdigkeiten. Dabei geht es aber nicht nur darum, Luthers Spuren nachzugehen, sondern wir sind eingeladen, vor Ort eigene Wege, ganz persönliche Zugänge zu Luther zu finden. Luthers Einsichten können uns heute genauso helfen wie ihm und seinen Zeitgenossen damals. Besonders die biblische Botschaft von der Rechtfertigung des Menschen allein aus der Gnade Gottes ist in dieser leistungsorientierten Welt wichtiger denn je. Luther hatte durch das Studium der Bibel herausgefunden, dass das, was uns und unser Leben eigentlich ausmacht, nicht von unserer eigenen Leistung abhängt. Als Glaubende haben wir Würde, unabhängig von Leistungen und Fehlleistungen. Unser Leben hat Sinn, auch wo wir angeschlagen, aussichtslos oder schwer leidend nichts mehr in der Hand haben. Wir sind anerkannt, auch wo wir unbeachtet oder schmerzlich isoliert am Rande existieren. Die Gute Nachricht heißt: Niemand muss sich vor Gott beweisen. Er liebt uns wie ein Vater seine Tochter, seinen Sohn.

In der Broschüre zum Lutherweg steht: "Natürlich nimmt auf dem Lutherweg der Gedanke des Pilgerns einen wesentlichen Platz ein. Manchmal müssen wir aufbrechen aus dem, was uns bindet. Manchmal müssen wir uns freimachen von dem, was uns täglich zur Last wird. Manchmal tut es gut, einen neuen Weg zu gehen, um sich selbst wiederzufinden." Probieren Sie es selber aus! Möglich ist das z.B. auf dem Dessauer Lutherweg am Reformationstag um 11 Uhr am Johannbau.
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Juli / August / September 2008


"Egal wo du hinfährst, Gott ist schon da."

So stand es in einem Kirchenschaukasten zu lesen, als Motto für die Sommerferien. Es klingt ein wenig frech. Doch es ist ein wunderbares Versprechen. Auch wenn ich Gott vergesse, im Stress des Alltags oder im Trubel der Urlaubsvorbereitungen, er verliert mich nicht aus den Augen, er lässt mich nicht fallen. Das verheißt uns der Spruch für den Monat Juli: "Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir." (Psalm 139,5). Manchmal kann ich das gar nicht annehmen. Wenn ich das Gefühl habe, niemand versteht mich und ich bin ganz allein auf mich gestellt. Doch wenn ich diesen Psalmvers ernst nehme, als Versprechen für mein Leben, dann darf ich darauf vertrauen: Gott ist da, immer. Seine Hand hält mich und schützt mich. Vielleicht ist im Urlaub Zeit, das wieder neu zu spüren: Zeit, eine Kirche zu besuchen oder wieder einmal in der Bibel zu lesen, Zeit, mich auf die Quelle des Lebens zu besinnen, Zeit, Gott wieder neu seinen Platz in meinem Leben zu geben.
Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Mai / Juni 2008

Pfingsten

O heilige Frühlingswonne,
du sinkest nieder,
strahlend und flimmernd
in himmlischen Schauern,
auf alle Berge,
in alle Täler,
in jede Menschenbrust!
Ja, du bist es,
Geist Gottes,
du gießest dich aus
über die Welt!
Soll ich auf die sonnige Höhe steigen und beten?
Soll ich in dem dunkeln Tale liegen
und sinnen?
O tritt sanft, mein Fuß,
dass du den Wurm nicht tretest,
der unter dir
sich freuet des sonnigen Lebens!
und du, hoch schlagende Brust,
halt' an den Atem,
dass du die Mücke
nicht in dich ziehest,
die sich wieget im Strahle
vor deinem Munde!

Wilhelm Müller



März / April 2008




Januar / Februar 2008

Jesus Christus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
Johannes 14,19

Ein Wort aus den Abschiedsreden Jesu an seine Jünger steht für uns am Anfang des neuen Jahres: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben." Es ist nicht vorbei. Einmal, im Reich Gottes, werden die Jünger Jesu wieder mit Jesus leben. Es gibt ein Leben nach dem Tod.
Doch die Jünger lassen sich nur schwer trösten. Wie sollen sie denn hier und jetzt weiterleben - ohne Jesus?
Fragen nach dem Hier und Jetzt, nach dem, was der morgige Tag bringen wird oder auch das neue Jahr, - das sind Fragen, die auch heute viele bewegen, und manchen machen diese Fragen auch Angst: Wie werde ich mit der Einsamkeit zurechtkommen nach dem Tod eines nahen Menschen? Werde ich wieder gesund? Wird mein Kind eine Lehrstelle finden? Wird mein Geld noch zum Leben reichen, wenn die Preise weiter so steigen? Woher bekomme ich die Kraft für alle meine Aufgaben und Verpflichtungen? ....
Jesu Christus spricht: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben." Das gilt sicherlich als große Jenseitshoffnung. Doch dieser Satz meint auch das Diesseits. Die Jünger haben es erfahren. Sein Geist, seine Kraft hat sie erfasst. Jesus ist bei ihnen, das spüren sie. Angst und Verzweiflung sind von ihnen abgefallen und sie haben sein Werk fortgesetzt.
Einst hat Jesus zu seinen Jüngern gesprochen. Heute gilt sein Wort allen, die an ihn glauben. Es gibt Hoffnung, es gibt erfülltes Leben inmitten dieser unfertigen und oft heillosen Welt - durch Jesus, mit Jesus. Nehmen Sie es als persönlichen Zuspruch für das Jahr 2008: Du sollst leben!

Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



November / Dezember 2007

Kennen Sie die Initiativen: "Advent ist im Dezember" oder "der andere Advent"? Seit einigen Jahren gibt es sie. Sie machen darauf aufmerksam, dass vor Weihnachten die Adventszeit liegt und, dass Weihnachten nicht dann beginnt, wenn es im Supermarkt Stollen gibt. "Advent ist im Dezember" - und deshalb haben wir keine Weihnachtsdeko in unseren Kirchen und keine Berieselung mit Weihnachtsliedern schon nach dem Erntedankfest.
Advent ist die Zeit des Wartens. Vom Sinn her eine Fastenzeit, in der man sich auf das große Fest vorbereitet. Auch wenn das schwer vorzustellen ist, wenn es im Fenster gegenüber blinkt und "Stille Nacht" im Kaufhaus läuft. Ich wünsche uns, dass die Zeit des Advents Momente der Ruhe und Besinnung hat und wir uns nicht von der Hektik der blinkenden Lichter anstecken lassen.

Annegret Fricke



September / Oktober 2007

danke

Wann haben Sie es zum letzten Mal gesagt?

Danke für Dinge, die selbstverständlich erscheinen.
Danke für schöne Begegnung, die ich nicht erwartet habe.
Danke für einen wachsamen Blick, der sieht wie es mir geht.
Danke für Menschen, die uns lieben und die wir lieben.
Danke für mein Leben, das ich empfangen habe.
Danke für die Schöpfung, an der wir uns jeden Tag neu erfreuen dürfen.
Danke für Gottes Schutz und Beistand.

"Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich." (Psalm 107,1)

Dieser Vers erinnert uns daran, dass wir nicht alles aus uns selbst heraus schaffen müssen. Gott ist es, der uns und unser Leben beschenkt. Und dabei bleibt es nicht. Gott begleitet uns. Er nimmt uns in Freude an. In einem norwegischen Lied heißt es: "Wie wenn ein Kind am Abend nach Hause kommt und eine freundliche Umarmung auf es wartet, so ist es für mich zu Gott zu kommen. Ich spüre, dass ich dort zu Hause bin. Es gibt einen Platz in Gottes großer Schöpfung, einen Platz der auf mich wartet. Und ich spüre: Hier bin ich zu Hause, ich kann ein Kind in Gottes Haus sein."
Gottes Fürsorge umspannt unser Leben und freut sich an uns, seiner Schöpfung. Welch wunderbares Gefühl. Dafür will ich Gott danken.

Ihre Vikarin Annegret R. Fricke



Juli / August 2007

Ein weiser Weltverbesserer
Eine altjüdische Geschichte erzählt von einem berühmten Rabbi. Vor dem Schlafengehen fasste er eines Tages den Entschluss, die Welt zu verbessern. Bei so viel Krieg und Leid in der Welt meinte er, endlich damit beginnen zu müssen.
Anderntags, beim Aufstehen, erschien ihm sein Projekt der Weltverbesserung doch etwas hoch angesetzt. So beschloss er, erst einmal das Land, in dem er lebte, in Ordnung zu bringen. Aber je länger er darüber nachdachte, desto schwieriger schien ihm auch das zu sein. Daher wollte er sich jetzt darauf beschränken, seine Heimatstadt zu erneuern.
Beim Weitergrübeln kam es ihm so vor, es genüge ja schon, wenn er seinen Bezirk oder die Straße, in der er lebe, besser mache. Aber auch dabei ließ es der Rabbi nicht bewenden. Immer noch dachte er darüber nach, wie er dies anstellen solle, eben seiner Gasse oder seinem Bezirk zu einer besseren Moral zu verhelfen. Zuallerletzt war er überzeugt, auch dies werde ihm wohl kaum gelingen. Wie sollte er allein seine Familie oder seine Angestellten dazu bewegen, ein besseres Leben zu führen?
So beschloss der Rabbi, erst einmal bei sich selbst zu beginnen.

(aus: Kurzgeschichten 7 von W. Hoffsümmer)



Mai / Juni 2007

Die güldne Sonne,
voll Freud und Wonne
Bringt unsern Grenzen
mit ihrem Glänzen
Ein herzerquickendes,
liebliches Licht.
Mein Haupt und Glieder,
die lagen danieder;
Aber nun steh ich,
bin munter und fröhlich,
Schaue den Himmel
mit meinem Gesicht.

Lass mich mit Freuden,
ohn alles Neiden
sehen den Segen,
den du wirst legen
in meines Bruders
und nächsten Haus.
Geiziges Brennen,
unchristliches Rennen
nach Gut mit Sünde,
das tilge geschwinde
von meinem Herzen
und wirf es hinaus!


März / April 2007

Am 12. März vor 400 Jahren ist der Dichter und Pfarrer Paul Gerhardt in Gräfenhainichen zur Welt gekommen. Ein Grund zum Erinnern, Feiern, Danken und Singen. Kein anderer Liederdichter hat unser evangelisches Liedgut so geprägt wie Paul Gerhardt. Seine Lieder sind zu allen Zeiten von der Gemeinde gern gesungen worden. Sie haben Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen Trost gespendet. Zu den bekanntesten gehört das fröhliche "Geh aus, mein Herz, und suche Freud" ebenso wie das ernste "O Haupt voll Blut und Wunden". Bis heute haben seine Lieder nichts verloren von ihrer Tiefe, Glaubenshoffnung und Ausdruckskraft.
Das Paul - Gerhardt - Jubiläum wird uns durch das Jahr begleiten: die Passionsandachten zu seinen Liedern in der Kreuzkirche, die Exkursion von "55+" mit allen Interessierten nach Gräfenhainichen, der Gemeindeausflug am 9. Mai zu seiner ersten Pfarrstelle in Mittenwalde, das Sommerfest unter dem Motto "Geh aus, mein Herz" am 7. Juli mit den Chören. Vielleicht wird sich der eine oder die andere auch selbst auf den Weg machen zu einer der Lebensstationen Paul Gerhardts, z.B. nach Berlin oder Lübben im Spreewald. Vor allem aber werden seine Lieder gesungen: in den Gottesdiensten und Gemeindekreisen und sicher auch in manchem "stillen Kämmerlein". Wenn auch die Bilder und Sprache der Lieder vor allem Jüngeren ungewohnt und altertümlich scheinen, ihr "innerer" Ton stimmt auch heute noch. So können wir durch das Singen trostreiche Botschaften aufnehmen, für die wir sonst vielleicht verschlossen wären. Das ist ein Geschenk, dass wir uns zu Paul Gerhardts Geburtstag schenken lassen können.

Elisabeth Preckel



Januar / Februar 2007

Jahreslosung 2007:

Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht?
(Jesaja 43,19a)

Ein neues Jahr beginnt, etwas Neues fängt an. Doch wir halten gern am Alten fest, lieben das Gewohnte. Wir klagen gern, dass früher alles besser war. Neues macht uns unsicher. Was wird auf uns zukommen? Wir wünschen uns, dass es besser wird, aber wir glauben es nicht. Es wird ja so viel versprochen und wenig gehalten. Jeder denkt nur an sich, einer lebt auf Kosten des anderen, die Reichen werden immer reicher, die Armen immer mehr. Was soll sich da zum Guten ändern?
"Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf." Mit diesem Versprechen Gottes ermutigt der Prophet die Israeliten im Exil in Babylon. Sie sollen nicht klagend zurück in die Vergangenheit blicken, nicht resigniert die Hände in den Schoß legen; sie sollen sich von der Hoffnung beleben lassen, dass sich für sie neue Möglichkeiten auftun werden. Gott wird sie heimführen, zurück nach Jerusalem. "Erkennt ihr's denn nicht?" Manchmal sind wir so sehr in unserer Situation verfangen, dass wir es nicht spüren, wenn die Befreiung ihren zarten Anfang nimmt.
Die Israeliten sind - nach einigen Jahren - wirklich heimgekehrt und haben einen neuen Anfang erlebt. Auch mit uns will Gott neu anfangen. Das neue Jahr hält für uns so viele Möglichkeiten bereit. Inmitten des Alten beginnt ein neues Leben. Wir müssen es nur wahrnehmen. Ich wünsche uns offene Augen und wache Sinne, die zarten Anfänge zu entdecken. Ich wünsche uns, dass wir mit Zuversicht und voller Hoffnung in das neue Jahr gehen. Ein gesegnetes Jahr 2007 wünscht Ihnen

Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



November / Dezember 2006

Der Kastanienbaum
Ein Pfarrer, der seiner Gemeinde die christliche Hoffnung veranschaulichen wollte, machte einen Kastanienbaum, der vor der Kirche in voller Blüte stand, zum Gleichnis.
"Schien es nicht", rief er aus, "als Sie zur Christmette kamen, als wäre er tot, als würde er nie mehr zum Leben erwachen? Und dann brachen die Knospen auf, und er blüht und ist herrlich wie ein Baum des Paradieses."
Nach dem Gottesdienst erwartete ihn ein Mann an der Tür.
"Sie haben ganz gegen ihre Absicht erwiesen dass es kein Fortleben gibt", sagte der Mann. "Der Baum wird im Herbst wieder die Blätter verlieren und wieder kahl werden. Gewiss, er wird noch etliche Male blühen, aber schließlich bleibt er doch kahl und ist eingegangen. Immer ist der Herbst das Letzte, das Welken, die Fäulnis, der Tod."
"Sie haben augenscheinlich recht", antwortete nachdenklich der Pfarrer, "aber vergessen Sie eines nicht: die Kastanien unter dem Laub."

(aus: Katharina Seidel "Moderne Gleichnisse")



September / Oktober 2006

Erinnert Sie das kleine Bildchen an etwas? Schulkinder haben sich mit der Diakonie beschäftigt - und mit ihrem Zeichen, dem sogenannten Kronenkreuz (Weiß auf blauem Grund kennzeichnet es die Fahrzeuge und Einrichtungen der Diakonie). Gute Sachen sind dabei entstanden, unter anderem dieses Herz. "Im diakonischen Handeln wird Gottes Herz für die Menschen sichtbar", so kommentiert die Schülerin ihre Version vom Kronenkreuz.

Diakonie, was ist das eigentlich? Die Wortbedeutung leitet sich aus dem Griechischen ab und heißt übersetzt soviel wie Dienst. Vor 2000 Jahren half Jesus von Nazareth Menschen seiner Umgebung. Er forderte seine Jünger und Jüngerinnen auf, das ebenfalls zu tun. Das sind die Wurzeln der Diakonie. Gemeint sind damit aber nicht nur die Einrichtungen der Diakonie und ihre Mitarbeiter, sondern alle, denen die Sache Jesu wichtig ist. Denn Glauben und Handeln gehören zusammen. Von der Nächstenliebe reden bedeutet: auch selber sozial tätig zu werden. Dafür gibt es unter uns viele gute Beispiele. Weil die Diakonie unser gemeinsames Anliegen ist, feiern wir am 10. September in unserer Gemeinde gemeinsam mit dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis Dessau den Diakoniesonntag. Lassen Sie sich einladen!

Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Juli / August 2006

Sommerzeit ist Reisezeit!
Eine alte Legende erzählt: "Es waren zwei Mönche, die lasen miteinander in einem alten Buch, am Ende der Welt gebe es einen Ort, an dem der Himmel und die Erde sich berühren. Sie beschlossen, ihn zu suchen und nicht umzukehren, ehe sie ihn gefunden hätten. Sie durchwanderten die Welt, bestanden unzählige Gefahren, erlitten alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die ganze Welt fordert, und alle Versuchungen, die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können. Eine Tür sei dort, so hatten die gelesen, man brauche nur anzuklopfen und befinde sich bei Gott. Schließlich sahen sie, was sie suchten, sie klopften an die Tür, bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete, und als sie eintraten, standen sie zu hause in ihrer Klosterzelle. Da begriffen sie: Der Ort, an dem Himmel und Erde sich berühren, befindet sich auf dieser Erde, an der Stelle, die uns Gott zugewiesen hat."
Das ist keine Anti-Reise-Geschichte, im Gegenteil: Das Reisen kann mir neue Einsichten schenken - auch was mein Leben hier im Alltag betrifft. Reisen sind Zeiten der Begegnung mit fremden Menschen und ihren Kulturen - und mit mir selber. Wenn ich mir unterwegs nicht ausweiche, lerne ich in der Fremde fremde Seiten an mir kennen. Die Welt er-fahren und sich selber erfahren, das gehört zusammen. So bringt mich jede Reise ein Stück voran: auf dem Weg durch diese schöne Welt und auf dem Weg zu mir selbst.
Möge Gottes Segen Sie auf allen Wegen dieses Sommers begleiten!
"Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!" (Psalm 121,8)

Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Mai / Juni 2006

Kantate - singt!, so heißt der Sonntag am 14. Mai. Mit seinem Namen erinnert er uns daran, dass das Singen schon immer untrennbar mit dem Glauben verbunden ist. Eine begeisterte Chorsängerin schreibt:

"In Gemeinschaft zu singen, das ist eines von den schönsten Dingen, die es auf der Welt gibt: Ich richte mich auf, mache die Schultern gerade, spüre mich selbst von den Fußzehen bis in den Kopf und ich spüre und höre die anderen. Zusammen sind wir ein Chor. Zusammen sind wir stark. Wir sprechen eine gemeinsame Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird. ... Musik: Das ist Rhythmus, das sind Harmonien, das ist Bewegung. Musik das ist ein göttliches Spiel, das am Schönsten gemeinsam geht: Ich höre mich selbst und die anderen. Ich erfahre: es geht nicht ohne mich. Ich bin wichtig. Aber es geht auch nicht ohne die anderen. Die anderen sind auch wichtig. Nur wenn jeder einzelne seinen eigenen guten Ton entwickelt, dann funktioniert das Ganze. Also muss ich aufmerksam sein. Ich muss zuhören - auf den anderen hören und dann entsteht etwas, ein feines Gebilde, das flüchtig ist wie die Zeit, etwas, das uns hinausträgt über uns selbst - für Augenblicke. Es entsteht etwas, was uns manchmal in den offenen Himmel schauen lässt..."

(J. Haberer)

Auch wir können das in den kommenden Wochen vielleicht erleben. Im Mai und Juni haben wir viele Gelegenheiten unseren Glauben zu feiern: Anhaltischer Kirchentag, Sonntag Kantate, Himmelfahrt, Pfingsten, Gemeindefest - überall wird auch gesungen. Und der Kirchenchor freut sich immer über Zuwachs. Vielleicht geschieht es, dass sich uns dabei der Himmel öffnet - und wir die gute Botschaft Gottes neu hören und auch verstehen. Singen Sie mit uns!

Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



März / April 2006

Der wichtigste Auftrag, den Jesus der Kirche gegeben hat, ist die Verkündigung des Wortes Gottes. Das geschieht vor allem in den Gottesdiensten. Doch wir haben es in unserer Gemeinde selbst erfahren müssen, dass die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer immer kleiner wird. Da ist es gut, dass in der evangelischen Kirche nicht nur die Hauptamtlichen die Verantwortung für den Gottesdienst tragen. Es gibt in der Kirche auch nicht-ordinierte Gemeindeglieder mit einer speziellen Ausbildung, die den sonntäglichen Gottesdienst gestalten können: die Lektoren und Lektorinnen. Diese Ehrenamtlichen praktizieren das "Priestertum aller Gläubigen", wie es Martin Luther genannt hat. Dabei sind sie keineswegs Ersatzpfarrer oder gar Notnägel, die bloß die Löcher stopfen helfen. Im Gegenteil - eine Gemeinde, die den Dienst von Lektorinnen und Lektoren annimmt und fördert, kann dabei nur gewinnen: z.B. aktive Gemeindeglieder mit liturgischer Kompetenz, eine breitere Verantwortung für den Gottesdienst und lebendigere Gottesdienste. Denn Lektoren und Lektorinnen bringen ihre eigene Berufs- und Lebenserfahrung in den Gottesdienst ein. Sie werden von vielen aus der Gemeinde gerne als "einer oder eine von uns" angesehen und werden so oft zu Ansprechpartnern in Fragen des täglichen Christseins.
In unserer Gemeinde profitieren wir bereits vom Dienst zweier berufener Lektorinnen, und es werden mehr! Ich freue mich, Sie am 23. April zu einem Gottesdienst einladen zu dürfen, in dem Frau Helga Sinner als Lektorin unserer Gemeinde eingeführt wird. Ich wünsche ihr für dieses Amt Gottes Segen: Gott spricht: "Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein." (1. Mose 12,2)

Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Januar / Februar 2006



November/Dezember 2005

 
Jahreslosung 2006:

Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.
Josua 1,5

Vierzig Jahre ist das Volk Israel in der Wüste unterwegs gewesen. Unterwegs haben Sie immer wieder erfahren, wie sie von Gott geführt und bewahrt wurden: Sie sind aus der Sklaverei in Ägypten befreit worden; sie wurden am Schilfmeer gerettet, mit Brot vom Himmel, dem Manna, ernährt, haben am Sinai Gottes Wegweisung für ein Leben in Freiheit erhalten. Nun stehen sie am Ufer des Jordan, an der Schwelle zum verheißenen Land, voller Unsicherheit, was sie dort erwartet.

So stehen wir an der Schwelle zu einem neuen Jahr. Was wird es uns bringen? Glück oder Sorge, Freude oder Angst?

Uns allen gilt diese Verheißung, dieses Versprechen Gottes, das Josua als erster hörte: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht".

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser des Kirchenboten, ein gesegnetes Jahr 2006, in dem wir Zuversicht gewinnen und auf Gottes Hilfe und seinen Halt bauen können.

Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin

 
 
Novembersegen

Der Segen des lebendigen
und lebenschaffenden Gottes gehe mit uns
in diese Zeit des Dunkels
und der Traurigkeit für so viele Menschen.
Licht soll werden, so ist die Verheißung.
Durch uns, mit uns.
Ja, es geschehe.
Es segne und behüte uns unser Gott,
der Gott, der Vater und Mutter zugleich ist,
der Gott, der uns in Jesus so nahe gekommen ist,
der Gott, durch dessen lebendigen Hauch wir leben.
Wir gehen im Frieden.
 
Brigitte Enzner-Probst



September/Oktober 2005

"Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung. Gib uns den Mut und die Voraussicht, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen Mensch tragen. Amen."

Das sogenannte "Gebet der Vereinten Nationen" stammt aus dem Jahr 1942. Verfasst wurde es von dem amerikanischen Schriftsteller und Pulitzer-Preis-Träger Stephen Vincent Benét (1898-1943). 1942 trafen sich Vertreter von 26 alliierten Nationen in Washington D.C., um die "Deklaration der Vereinten Nationen" zu unterzeichnen. Als eigentliches Gründungsdatum der Vereinten Nationen gilt der 24. Oktober 1945, an dem die Mehrheit der 51 Unterzeichnerstaaten die Charta ratifizierte. In diesem Jahr begehen die Vereinten Nationen ihr 60jähriges Gründungsjubiläum. Ihrem Wirken ist es mit zu verdanken, dass es in den zurückliegenden 60 Jahren keinen Krieg in unserer Region gegeben hat. Trotz allem wissen wir, wie gefährdet der Frieden ist. Unser Gedenken, unsere Gebete, unser Handeln werden gebraucht. Am 11.September ist Tag des offenen Denkmals unter dem Thema "Krieg und Frieden". Die Kirche in Törten steht an diesem Tag offen. Sie sind herzlich eingeladen.
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Juli/August 2005

Josef sprach zu seinen Brüdern: Zanket nicht auf dem Wege!
1. Mose 45,24

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist.
Jak 1,19-20

Diese klugen Worte standen als Losung bzw. Lehrtext über dem 7. Juni. Sie mahnen zu Eintracht und Besonnenheit. Am 7. Juni haben die Gemeindekirchenräte von Kreuz und Törten den Beschluss gefasst, die beiden Gemeinden ab dem 1. Juli zur Evangelischen Kirchengemeinde St. Peter und Kreuz zu vereinen. Damit haben sie auf die finanzielle und personelle Entwicklung in der Kirche reagiert. Ein langer Prozess ist dieser Entscheidung vorausgegangen. Nicht immer waren wir dabei einträchtig und besonnen. Manche Entscheidungen sind uns schwer gefallen oder haben auch wehgetan. Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis die beiden ehemals selbstständigen Gemeinden wirklich eins sind. Doch wir sind auf einem guten Weg. Kinder, Konfirmanden und Jugendliche sowie die Sängerinnen und Sänger im Kirchenchor z.B. genießen es, in größeren Gruppen zusammen zu sein. Die gemeinsamen Gottesdienste haben oft eine gute Resonanz. Die Vereinigung der Gemeinden wollen wir mit einem gemeinsamen Gottesdienst und anschließendem "Kirchenkaffee" (bei dem es dann vielleicht auch ein Glas Sekt geben wird) am 3. Juli um 10 Uhr in der Kreuzkirche würdigen. Dazu sind Sie herzlich eingeladen!
Ihre Elisabeth Preckel, Pfarrerin



Mai/Juni 2005

"Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann."
(Galater 6,10)

"Stelle dir vor, du hast bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen: Jeden Morgen, stellt dir die Bank 86 400 Euro auf deinem Bankkonto zur Verfügung. Doch dieses Spiel hat auch Regeln, so wie jedes Spiel bestimmte Regeln hat. Die erste Regel ist: Alles was du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird dir wieder weggenommen, du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen, du kannst es nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86 400 Euro für den kommenden Tag. Zweite Regel: Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden, zu jeder Zeit kann sie sagen: Es ist vorbei. Das Spiel ist aus. Sie kann das Konto schließen und du bekommst kein neues mehr. Was würdest du tun? Du würdest dir alles kaufen was du möchtest? Nicht nur für dich selbst, auch für alle Menschen die du liebst, vielleicht sogar für Menschen die du nicht kennst, da du das nie alles nur für dich alleine ausgeben könntest. Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und ihn zu nutzen, oder?
Aber eigentlich ist dieses Spiel die Realität: Jeder von uns hat so eine "magische Bank". Wir sehen das nur nicht. Die magische Bank ist die Zeit. Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86 400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt, und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gutgeschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren, Gestern ist vergangen. Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen, ohne Vorwarnung. Was machst du also mit deinen täglichen 86 400 Sekunden? Sind sie nicht viel mehr wert als die gleiche Menge in Euro? Also fang an dein Leben zu leben!"
(Quelle unbekannt)



März/April 2005

Monatsspruch März 2005:


So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; und, dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.
(Lukas 24,46-47)

"Der französische Philosoph und Verspotter der christlichen Religion Voltaire gab zum Thema Auferstehung einmal eine Antwort, die man kaum von ihm erwartet hätte.
Eine Dame hatte gefragt, wie es möglich sei, dass es überhaupt Menschen gäbe, die an die Auferstehung glauben. Wer weiß, warum Voltaire widersprach, vielleicht, weil ihm die Dame allzu gescheit daherkam, oder weil sie nur billige Zustimmung erwartet hatte, oder auch, weil sie von Voltaire ein Urteil über die angeblich Dummheit der Leute hören wollte.
Voltaire sagte: "Madame, die Auferstehung ist die einfachste Sache der Welt. Der, der den Menschen einmal erschaffen hat, kann ihn auch zum zweiten Male erschaffen."
(aus: Hoffsümer, Kurzgeschichten 4)

"Das Leben ist tatsächlich voller Wunder. Mehr noch: es ist wunderbar, und jeder, der es nicht länger als selbstverständlich hinnimmt, wird das sofort bestätigen."
(Anthony de Mello)

Allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Osterfest!



Januar/Februar 2005

Jahreslosung 2005:

Jesus Christus spricht: Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.
Lk. 22,32

Dieses Bibelwort wird uns durch das neue Jahr begleiten. Eigentlich ist es mehr ein Abschiedswort. Jesus spricht es zu Petrus nach dem letzten Abendmahl. Er hat ihm eine große Verantwortung übertragen, seine Kirche zu bauen. Er weiß, welche Anfechtungen und Schwierigkeiten Petrus begegnen werden , wie schwer der Weg sein wird, den dieser vor sich hat. Selber kann Jesus ihn dabei nicht mehr begleiten. Aber er hat für ihn gebetet, dass sein Glaube nicht aufhöre: Dass er bei allen Anfechtungen und Zweifeln sein Vertrauen in Gott nicht verliert, dass seine Hoffnung nicht stirbt, dass er sich in allem getragen weiß. Jesus hat ihn Gott ans Herz gelegt. Vor uns liegt ein neues Jahr. Die Sorgen und Probleme sind heute andere als bei Petrus damals, aber die Anfechtungen, die Zweifel, die Resignation drohen uns manchmal ähnlich zu überwältigen. Wie gut, wenn einer sagt: Ich habe für dich gebetet. Dass einer an mich denkt, meine Sorgen ernst nimmt. Ich werde nicht mit gutgemeinten Ratschlägen und Ermahnungen überhäuft, die doch oft nicht helfen können. Ich werde umhüllt von einem guten Gedanken, vom Gebet, das mich Gott selbst ans Herz legt. Er vergisst mich nicht. Jesus hat für Petrus gebetet. Wir können es füreinander tun. Gut, wenn wir es uns manchmal auch sagen. Das bringt uns einander näher - und Gott. Es wird uns Kraft schenken: zum Leben, zum Hoffen und zum Glauben. Gottes Segen für das Jahr 2005 wünscht Ihnen

Ihre Elisabeth Preckel


November/Dezember 2004

Alles hat seine Zeit. Advent ist im Dezember"

Rhythmus gehört zum Leben der Menschen. Dies weiß nicht nur die Bibel, sondern das haben Menschen seit Jahrhunderten erfahren: Es tut gut, mit abgegrenzten Zeiten, mit Rhythmen, die unser Leben gliedern, zu leben. Sie geben Zeit zum Aufatmen, sie geben der Seele Raum zum Innehalten und Entspannen. Es gibt einen Rhythmus des Lebens, einen Rhythmus des Jahres, einen Rhythmus des Tages.

Gerade die Adventszeit ist eine besondere Zeit des Jahres. Es ist eine Zeit der Einkehr und der Stille, der Vorfreude und der Erwartung. Nach dem Ewigkeitssonntag (Totensonntag) ist für vier Wochen Raum, sich auf Weihnachten vorzubereiten. Doch manche wollen aus den vier Wochen fünf, sechs oder mehr machen. An manchen Orten sind bereits Mitte November Straßen und Geschäfte weihnachtlich geschmückt.

"Können Sie noch warten?" auf die Zeit der Vorfreude, darauf, dass die nachdenklich stimmende Dunkelheit des Novembers vom wärmenden Kerzenschein im Advent abgelöst wird? Die Adventszeit braucht ihren festen Rahmen. Nur dann können wir wahrnehmen und erleben: "Kommt Zeit, kommt Advent", die Ankunft Gottes.

Die evangelischen Kirchen laden ein, über den Umgang mit der Zeit nachzudenken, die Stille der Novemberwochen aufzunehmen, die Lieder der Adventszeit anzustimmen: Gemeinsam können Menschen das Ende und den Beginn, den Rhythmus des Kirchenjahres neu entdecken.

Ihre Evangelische Kirche

(Vorwort zur Initiative der EKD "Alles hat seine Zeit. Advent ist im Dezember)


September/Oktober 2004

"Zeige uns den Weg"

Unter diesem Motto haben wir mit einem Familiengottesdienst das neue Schuljahr begonnen. Die Schülerinnen und Schüler, vor allem in der ersten Klasse, müssen sich an viel Neues gewöhnen. Manchmal fällt das schwer oder macht auch Angst. Andere haben die Schule gewechselt oder eine Ausbildung angefangen. Auch für uns in den Gemeinden hat nach der Sommerpause ein neues Arbeitsjahr begonnen. Viele Fragen begleiten diesen Anfang: Wie wird es weitergehen - mit nur einer Pfarrstelle für Kreuz und Törten? Manches muss neu organisiert werden. Entscheidungen müssen getroffen werden: Was geht noch und worauf müssen wir vielleicht in Zukunft verzichten? Was kann von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernommen werden? Wir werden es miteinander ausprobieren. Ich hoffe, es gelingt uns, dass die Kirche trotz aller notwendigen Einsparungen nah an den Menschen bleibt, dass Gemeinde ein zu Hause bietet. In dem Familiengottesdienst wurden kleine Wegweiser mit Bibelzitaten verteilt. Auf einem stand das Jesuswort: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben."(Joh 8,12). Es tut gut zu wissen, dass wir nicht alleingelassen sind auf unserem Weg.

Elisabeth Preckel


Juli/August 2004

ZEIT haben

Als ich in einer schwarzen Gemeinde in Südafrika fragte, was ich als Erstes lernen müsste, wenn ich dort länger bleiben wollte, bekam ich zur Antwort: "Vergiss die Uhr!" Wer sich anderen Menschen zuwenden möchte und dabei verstohlen auf die Uhr schaut, hat sich bereits von ihnen abgewendet. Begegnungen brauchen Zeit. Man kann sagen: Der Grad an Wichtigkeit, den die Uhr erhält, ist ein Kennzeichen für den Grad europäischer Lebensweise.
Die gute alte Sonnenuhr brachte keine Unruhe, denn ihr Stab stand still. Die Sonne glitt über das Zifferblatt und ließ den Schatten des Stabes wandern. Die Zeitansage kam vom Himmel. Die Sonnenuhr machte deutlich, dass die Zeit dahinstreicht wie der Schatten über die Ziffern.
Auch die Sanduhr ließ das Verrinnen der Zeit mit den Sinnen wahrnehmen. Die Sandhäufchen machten deutlich, wie viel von der Zeit bereits zerronnen war und wie viel noch erwartet werden durfte.
Doch die Sanduhr verführte bereits zu der irrigen Vorstellung, wir könnten die Zeit verlängern. Wir drehten die Sanduhr einfach um und ließen sie von vorne laufen. Doch was der Vergangenheit angehörte, blieb vergangen. Die Sanduhr ist der erste Versuch der Selbsttäuschung.
Die Taschenuhr mit ihrem runden Zifferblatt gaukelte uns schließlich vor, die Zeit sei ein nie endender Kreislauf. Es liegt lediglich an uns, ob die Uhr stehen bleibt oder nicht. Durch Aufziehen der Feder halten wir die Unruhe in Bewegung, und der Zeiger dreht weiter seine Runden. Doch so oft auch der Zeiger eine neue Runde beginnt, es ist stets eine neue Zeit, die er anzeigt, und nie die Wiederholung einer bereits da gewesenen Zeit. Jeder Augenblick ist einmalig: eben noch erwartet, von der Zukunft her auf uns zueilend und schon der Vergangenheit angehörig. Zeit ist Leben. Lebendig sein heißt Zeit haben.

Heinz Gerlach


Mai/Juni 2004

"Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark! Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe."
(1.Kor 16,13-14 - Monatsspruch Juni)


Liebe Leserinnen und Leser!

"Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe." Paulus schreibt diese Worte an eine streitbare Gemeinde. Selbstbewusst und eigenständig sind seine Adressaten. Paulus hält ihnen die Macht der Liebe entgegen. Das soll der Maßstab sein, an dem sie ihr Tun messen sollen, so sagt er es im "Hohenlied der Liebe" im 13. Kapitel und hier noch einmal am Ende des Briefes.

Am Ende eines Abschnittes bin auch ich angekommen. Nach beinahe drei Jahren in der Kreuzgemeinde geht Ende Mai meine Zeit in Dessau zu Ende. Eine Zeit in einer Gemeinde mit vielen Aktivitäten, mit hohem, fast selbstverständlichem, Engagement vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter, mit einem Kindergarten, der für viele eine Heimat ist, mit einem ausgeprägten musikalischen Profil, vielen Partnerschaftskontakten und einem Gemeindekirchenrat, der sich am Gottesdienst beteiligt und sich mit eigenen Gedanken und Ideen in die Gemeindearbeit einbringt.

Die drei Jahre in Kreuz waren geprägt von Kontinuität und Wandel: Mit meinem Amtsantritt war die Gründung der Parochie St.Peter-Kreuz und die Reduzierung des Dienstumfanges für den Pfarrer der Kreuzgemeinde auf 50% verbunden. Die strukturellen und personellen Änderungen haben der gesamten Parochie und mir einiges abverlangt. Vier neue Gemeindekirchenräte, eine neue Rendantin, eine neue Gemeindepädagogin und eine neue Chorleiterin zeugen von erheblichem Wandel. Dankbar bin ich für die Arbeit, die ihre Vorgänger geleistet haben. Und ich bin dankbar dafür, dass wir wieder engagierte Menschen gefunden haben, die weiter am Bau der Gemeinde mitwirken und ihn neu gestalten.

Am 1. Juni werde ich in der Pfalz eine neue Stelle antreten. Dies geschieht im Einvernehmen zwischen dem Gemeindekirchenrat und mir. In Erinnerung werden mir die guten Gespräche und die lieben Menschen bleiben. Alles andere vertraue ich der Liebe Gottes an.

Andreas H. Pfautsch


März/April 2004

Monatsspruch für März:
Der Herr, unser Gott, sei mit uns, wie er mit unseren Vätern war.
Er verlasse uns nicht und verstoße uns nicht.
1. Könige 8, 57

"Hallo, ich brauche deinen Rat." Ich rufe eine Freundin an. "Worum geht es denn?", fragt sie, und ich bin froh, dass sie sich Zeit nimmt. Ich kann mein Problem schildern. Sie hat mir schon oft zugehört, mit ihrem Rat oder nur durchs Zuhören geholfen. Auf sie kann ich mich verlassen.
Solche Beispiele tun gut. Denn wir kennen nur zu viele andere Fälle, in denen wir enttäuscht wurden. Nicht immer können wir uns auf andere verlassen. Manchmal zählen wir selber zum Kreis derer, auf die andere sich nicht verlassen können. Wir merken vielleicht gar nicht, wie sehr ein anderer auf uns baut, auf ein Zeichen oder eine Tat von uns wartet, und wie sehr er enttäuscht oder gar verletzt sein kann.
Gott ist ganz anders. Er steht zu dem, was er sagt. Ein wichtiger Gedanke der Passionszeit ist für mich, dass wir uns auf Gottes Nähe in Schmerz und Leid, Schuld und Versagen verlassen können. Er ist da. Jesus am Kreuz hat offene Arme für uns.
Aber wenn wir uns von Menschen und von Gott verlassen fühlen? Wenn wir mitten drin sind im Leiden? Dann laden uns die biblischen Worte ein, doch auf Gottes Nähe zu vertrauen, zu bitten, zu flehen, ja zu klagen, so wie wir das auch gegenüber einem Menschen tun, auf den wir ganz vertrauen. Unsere Väter - und Mütter - im Glauben haben schließlich gute Erfahrungen mit Gott gemacht. Solche guten Erfahrungen wünsche ich uns auch.

Ihre Elisabeth Preckel


Januar/Februar 2004

Jahreslosung 2004:

Jesus Christur spricht: Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen.
Markus 13, 31

"Du bist eine böse Mama!", tönt es über den Spielplatz, "Eine böse Mama!" Menschen drehen sich prüfend um. Welche Frau ist denn gemeint? Was hat sie nur dem armen Kind angetan? - Liebevoll versucht diese ihrem Kind beizubringen, dass es bei dem eisigen Wind doch lieber die Mütze aufsetzen soll. "Böse Mama!", schreit das Kind erneut und verfehlt die Wirkung damit nicht. Der Mama ist deutlich anzusehen, dass sie ganz genau weiß, dass alle Augen der Umstehenden auf sie und ihr Kind gerichtet sind.

Worte haben eine unglaubliche Macht und Wirkung, seien dies nun Worte aus dem Mund von Kindern oder von Erwachsenen. Sie können verletzen aber auch schmeicheln, trösten und lieben. Worte können Menschen wieder miteinander versöhnen oder aber für immer auseinander bringen. Welche Macht haben wir Menschen doch mit der Gabe des Sprechens von unserem Schöpfer mitbekommen!

Die Jahreslosung erinnert uns an die Macht des Wortes, des Wortes Gottes. Jesus Christus, den das Johannesevangelium, "das Wort" nennt, bezeichnet seine Worte als ewig. Er selbst als das Wort Gottes wird Bestand haben über alle Zeiten hinweg. Jesus Christus und seine Worte, die von der Liebe Gottes zu uns Menschen reden, werden bleiben. Jesu tröstende Worte bleiben als Konstante im Wandel der Zeit auch in diesem neuen Jahr, das vor uns liegt. Die guten Worte Jesu werden uns auch im kommenden Jahr begleiten. Das ist für mich so schön und so tröstend wie neulich auf dem Spielplatz, als das Kind nach einiger Zeit seine Mama mit seinen kleinen Ärmchen umarmte, ihr ein Küsschen gab und sagte: "Du bist eine liebe Mama!"

Andreas H. Pfautsch


November/Dezember 2003

Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
Jes.40,8

Dieses Wort stammt von dem Propheten Jesaja. Wie vertrocknetes Gras und verwelkte Blumen, so fühlen sich die Israeliten zu Jesajas Zeiten. Sie befinden sich in Gefangenschaft, haben ihr Land verloren und auch den Tempel und damit den religiösen und nationalen Mittelpunkt. Wie viel Abschied, wie viel Schmerz und Trauer haben die Menschen dadurch erfahren. Verdorrtes Gras, verwelkte Blumen: wie vertraut ist auch mir dieses Bild. Gerade im November, der geprägt ist von der Vergänglichkeit in der Natur, und wo Erinnerungen an liebe Menschen besonders spürbar sind und wehtun. Abschied, Schmerz und Trauer kenne ich auch. Doch dieser Vergänglichkeit setzt Jesaja das Wort Gottes entgegen. Das Wort Gottes gehört nicht zu dem, was vergeht oder verdorrt, sondern zu dem, was bleibt. Nichts auf dieser Welt kann dieses Wort ungültig machen, auch nicht die verzweifelte Lage Israels, auch nicht der Tod. Gottes Wort wird immer wieder Wirklichkeit in seiner Liebe zu uns Menschen. Am sichtbarsten zeigt sich seine Liebe in Jesus Christus, der viele Hoffnungszeichen durch sein Leben und Sterben gesetzt hat. Die Liebe Gottes will für uns wie ein Brunnen sein, aus dem wir immer wieder schöpfen können, gerade in den Zeiten, in denen wir uns wie verwelkt oder verdorrt fühlen. Das tröstet mich und macht mir Mut. Ich entdecke darin Gottes Zuspruch, mir gerade auch in angstvollen Augenblicken meines Lebens beizustehen und mich nicht allein zu lassen.

Elisabeth Preckel

September/Oktober 2003

"Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn!"
(Ps. 113, 3)

Liebe Leserinnen und Leser!

Wie das Wetter sein wird, wenn Sie diese Zeilen zu lesen bekommen, weiß ich nicht. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, verwöhnt uns die Sonne mit all ihrer Kraft und Wärme, mit all ihrer Strahlkraft mit einer langen Spanne zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. So mancher von ihnen wird vielleicht unter der Hitze zu leiden haben und dennoch werden viele von Ihnen die langen Tage, die helle und freundliche Zeit genießen. Tun Sie das nur ausgiebig! Genießen Sie die Sonne, jetzt, da es langsam in den Herbst hinein geht. Genießen Sie die strahlenden Sonnentage und danken Sie damit dem Schöpfer und Erhalter dieser Welt: Denn, wo wird die Größe und die Herrlichkeit Gottes deutlicher als in seinem ‚matten' Abbild der Sonne? Und wenn uns schon die Helligkeit und Freundlichkeit der Sonne so gut tut, um wie viel mehr will Gott unser Herz und Fühlen mit seiner Liebe und mit seiner Freundlichkeit ansprechen: "Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn." - Vielleicht fällt Ihnen wie mir gleich die passende Melodie zu diesem Psalmwort ein. Ich habe die Musik schon die ganze Zeit im Ohr. Singen Sie mit mir zusammen das Lob unseres Schöpfers und freuen Sie sich mit mir an all den guten Dingen, die Gott uns schenkt.

Ihr Andreas H. Pfautsch


Juli/August 2003

Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte Ihnen in diesem Sommer eine Geschichte mitgeben, die nicht nur in diese warme Jahreszeit, sondern vielleicht auch zu uns Menschen in den beiden Gemeinden in der Parochie passt:

"Es waren einmal zwei Eisblöcke. Das Verhältnis zwischen ihnen war sehr kühl, was bei Eisblöcken nicht verwunderlich ist. Der eine dachte: Warum kommt der andere nicht näher zu mir? Aber der andere Eisblock konnte sich nicht bewegen und kommen. Da dachte der erste: Wenn der andere auftaut, dann taue ich auch auf. Aber weil der andere Eisblock nun mal nicht von alleine schmolz, taute keiner von beiden auf. So geschah es, dass keiner von beiden auf den anderen zukam und jeder noch mehr in sich selbst vereiste.

Nach langer Zeit entdeckte der eine Eisblock eines Mittags, als die Sonne strahlte, dass er zu schmelzen begann. Er erschrak, als er sah, dass er sich zu Wasser verflüssigte und bekam Angst um sich. Was soll aus mir werden, dachte er, ich laufe Gefahr mich zu verlieren! Auch dem anderen Eisblock erging es nicht anders. Sein Eis schmolz und das Wasser lief in Rinnsalen an ihm herab. Über die einst so unüberwindbar scheinende Entfernung flossen die Wasserbäche aufeinander zu, begegneten und vereinten sich. Die Eisblöcke spürten ihre Schwäche, gleichzeitig aber nahm das Gefühl der Stärke, das sie aus der Begegnung gewannen, zu. Allmählich siegte das Vertrauen über die Angst, weil sie verstanden, dass sie trotz aller statischen Veränderungen sie selbst bleiben würden. Bei dieser wunderbaren Erfahrung wurde ihnen heiß und kalt zugleich. Sie merkten, dass sie einander nötig hatten, und beschlossen zusammen zu bleiben.

Da kam ein Kind und noch eins und noch viele andere Kinder. Die entdeckten den lustig plätschernden Fluss, zogen sich die Schuhe aus, wateten durch das Wasser und ließen kleine Schiffchen darauf fahren. Die Eisblöcke, inzwischen ganz geschmolzen und in ihrem Element, sahen, wie glücklich die Kinder waren. Und die Freude darüber spiegelte sich wie eine Sonne in ihrem Wasser."

Diese Geschichte zeigt mir, wie auch unser Leben in der Nachbarschaft gelingen kann: Nicht Abgrenzung oder gar Kühle soll unser Verhältnis bestimmen, sondern die Bereitschaft und das Vertrauen, aufeinander zuzugehen. Ich bin mir sicher, dass der Weg, den wir miteinander eingeschlagen haben, der richtige ist: In der Bewegung aufeinander zu, im gegenseitigen Kennenlernen und der Begegnung in den verschiedenen Feldern der gemeinsamen Aufgaben. So können wir wieder neu ein Gefühl der Kraft und Freude bekommen.

Ich hoffe weiter, dass die Menschen in unserer Region erfahren, wie lebendig und schön die kirchliche Gemeinschaft sein kann. Eine Kostprobe davon haben wir in der gemeinsamen Jubiläumswoche im Juni bekommen, und ich denke, die hat uns Appetit auf mehr gemacht. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer.
 

Ihre Elisabeth Preckel



Mai/Juni 2003

Herzliche Einladung zur Festwoche vom 13.-22.Juni 2003

Gleich zwei Jubiläen treffen dieses Jahr in unserer Parochie aufeinander: 775 Jahre urkundliche Ersterwähnung von St. Peter in Törten und 70 Jahre Kreuzgemeinde Dessau-Süd. Für uns ist das der Anlass, diese Ereignisse festlich zu begehen. Für eine gemeinsame Festwoche haben wir ein buntes Programm zusammengestellt und hoffen, dass für jede und jeden etwas dabei ist.

Wir sind dankbar, dass wir hier im Mitteldeutschen Raum auf so viele Generationen von Christen zurückblicken dürfen. Und ein Blick in die Anfänge der Kreuzgemeinde zeigt, dass unsere Vorfahren es verstanden haben mit schweren Aufgaben umzugehen.
Heute können wir die Früchte ihrer Arbeit ernten.

Wir erinnern uns in den Tagen der Festwoche dankbar an unsere Vorläufer im Glauben, wollen gemeinsam auf Gottes Wort hören und Kraft für die kommenden Aufgaben sammeln.

Wir freuen uns darauf, Sie in der Festwoche bei uns begrüßen zu können.

Die Gemeindekirchenräte der Parochie St. Peter und Kreuz



März/April 2003

Die Bibel ist das am weitesten verbreitete und in viele Sprachen übersetzte Buch der Menschheit. Kultur und Geschichte vieler Völker wurden durch die biblische Botschaft im Laufe der Jahrhunderte beeinflusst und geprägt. Die Bibel hat durch ihre Erzählungen und in ihren Bildern das Denken und die Sprache, die kulturellen Symbole und sozialen Werte unserer Gesellschaft entscheidend mitgeprägt. Als "geistiges Weltkulturerbe" findet sie Beachtung, Anerkennung und öffentliche Aufmerksamkeit. Und doch verstaubt die Bibel in vielen Bücherschränken. In der Bibel zu lesen und den alten Texten etwas abzugewinnen, das fällt heute vielen schwer. Mit dem "Jahr der Bibel 2003" wollen die christlichen Kirchen neues Interesse an der Bibel wecken. Mit unterschiedlichen Ideen und Projekten soll es dazu beitragen, die Bibel in die Öffentlichkeit zu tragen, das Leben mit der Bibel in den Gemeinden zu stärken und Menschen für die Bibel zu begeistern. Auch in unseren Gemeinden und in unserer Stadt haben Sie die unterschiedlichsten Möglichkeiten, der Bibel zu begegnen. Es gibt ständige Angebote wie den Bibelkreis und einmalige Aktionen wie "Pro Christ" im März. Die Kinder haben sich auf die "Bibelentdeckertour" begeben, eine monatliche Veranstaltungsreihe, die sie durch das Jahr begleitet. Lassen auch Sie sich einladen und neu motivieren zum Suchen und Finden in der Bibel.

Elisabeth Preckel


Januar/Februar 2003

„Man sieht nur mit dem Herzen gut ...“

Wer kennt sie nicht, die Weisheit, in die der Fuchs den kleinen Prinzen im gleichnamigen Buch von Saint-Exupéry einführt. Und doch lassen wir uns gern vom äußeren Augenschein blenden, fällen vorschnelle Urteile über andere und wenden viel Energie darauf,
selber nach außen hin einen guten Eindruck zu machen.

Gott sieht mich mit anderen Augen an. Er schaut hinter die Kulissen, bis in mein Herz. Aber nicht, um mich bloß zu stellen. Es ist ein liebevoller Blick, der mich so sieht und annimmt, wie ich wirklich bin. Darum darf ich mich selber annehmen, wie ich bin - mit meinen Fehlern und Schwächen, aber auch mit meinen Gaben und Möglichkeiten, die in mir stecken.

Zu diesen Gaben gehört, dass wir selber das Sehen mit dem Herzen üben können. Denn unsere Mitmenschen wahrnehmen, anschauen, mehr sehen als ihre Leistung oder ihr Aussehen, das verändert sie, das verändert das Klima zwischen uns und das verändert auch die, die es tun.

So liegt in der Jahreslosung für uns auch ein guter Vorsatz für das neue Jahr – dem es hoffentlich nicht so kläglich ergeht wie den meisten guten Vorsätzen am Anfang eines neuen Jahres.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie mit guten Erwartungen und Hoffnungen in das neue Jahr aufbrechen und dass sich möglichst viel davon erfüllt.

Möge es ein gesegnetes und friedvolles Jahr für uns alle werden.

Elisabeth Preckel



November/Dezember 2002

Der Liebe Raum geben

Die Blätter färben sich gelb und rot. Die Sonne läßt sich seltener und kürzer sehen: Das erinnert uns daran, dass das Jahr sich schon wieder dem Ende neigt. Aber nicht nur das Kalenderjahr strebt seinem Ende zu; auch mein erstes Jahr in der Kreuzgemeinde ist bereits um. Das bietet mir den Anlaß zum Innehalten; zum Nachdenken. Viel ist passiert in dieser Zeit: Nicht nur der 11. September und die Hochwasserflut haben Spuren hinterlassen. Auch die Auswirkungen der neuen gemeindlichen Strukturen im Dessauer Süden müssen verkraftet werden. Das braucht Zeit und Kraft. Dazu brauchen wir den Beistand und den Segen Gottes. Wir sind angewiesen auf seine schützende oder zumindest haltende Hand; auf die Gottes Liebe, die uns trägt.

Die Liebe Gottes? Ja, sie ist mir begegnet: Ich habe sie erfahren durch ein liebes Wort. Ich habe sie erkannt in einem freundliches Lächeln. Ich konnte sie erahnen in den funkelnden Augen der Kinder und in den dankbaren Blicken der älteren Gemeindemitglieder.

In der Bibel heisst es: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." (1.Joh 4,16b)

Darum: Lassen Sie uns gemeinsam nach der Liebe Ausschau halten und selbst Liebe üben: Denn überall dort, wo Liebe gelebt und erfahrbar wird, ist Gott schon immer da.

Andreas H. Pfautsch




September/Oktober 2002

Sei mir nahe, denn mir ist angst

Gott, hilf mir!
Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.
     Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;
     Ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.
Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser.
     Meine Augen sind trübe geworden,
     weil ich so lange harren muß auf meinen Gott.
Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade;
Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.
     Errette mich aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke,
daß ich errettet werde vor denen, die mich hassen,
und aus den tiefen Wassern;
     daß mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge
     und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.
Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich;
wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit
     und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,
     denn mir ist angst; erhöre mich eilends.
Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,
Gott, deine Hilfe schütze mich!

Psalm 69



Juli/August 2002

Sommerfest in der Kreuzgemeinde
am Sonntag, 18. August

Das Fest startet um 9:30 Uhr mit einem Familiengottesdienst zum neuen Schuljahr unter dem Motto "Ruf doch mal an!". - "Und schau mal rein!", heißt es dann bei den Angeboten rund um die Kirche: Tauschbörse; jede Menge zu Essen; Torwandschießen; diverse kreative und sportliche und musikalische Angebote; Kaffee und Kuchen... Einen besonderen "Leckerbissen" wird das Märchentheater Fingerhut mit dem Puppenspiel "Der Schuster und die Wichtelmänner" bieten. Gemeinsamer Abschluss in der Kirche gegen 15:30 Uhr. Alle sind herzlich eingeladen!

Sommerfest in Törten
am Samstag, 24. August

"Kunststück Leben - ohne Netz und doppelten Boden" - so wird das Sommerfest in der Törtener Gemeinde gefeiert, zu dem alle herzlich eingeladen sind. Es beginnt um 14:30 Uhr mit einem Familiengottesdienst, den jugendliche Jongleure begleiten werden. Anschließend gibt es auf der Kirchwiese Kaffee und Kuchen, eine Zaubershow, Basteln, Jonglieren, Grillen, Musik und vor allem viel Zeit für fröhliches Beisammensein.